Debatte um die Sterbehilfe in Frankreich, warum nicht auch in Deutschland? Warum kein Selbstbestimmungsrecht? Humanes Sterben ist dringlichst erforderlich!

In Frankreich kommt jetzt eine Debatte um die Sterbehilfe auf, dass dieses Thema dort endlich die Politik erreicht, ist als gut und dringend erforderlich zu bezeichnen. In Deutschland wird eine Debatte um die Sterbehilfe extra klein gehalten und nicht durch die Medien in den Vordergrund gestoßen. Dieses hat zum einem religiöse Gründe, durch den immer noch starken Einfluss der Kirche zur Politik und zum anderen widerspricht das „selbst gewollte Sterben“ den „Wachstumsraten“ der übermächtigen Gesundheitsindustrie als Lobbyist der Politik. Der Mensch und seine Persönlichkeit hat sich diesen beiden „Mammutorganisationen“ zu unterwerfen. Leider nur ausnahmslos die Politiker, als die gesetzgebende Gewalt, können die siechende und schmerzhafte Zeit vor dem Sterben verkürzen. Aber diese sind entweder Lobbyistenhörig oder Kirchenhörig oder beides und besitzen, als in der Regel wohlhabende Menschen, die Möglichkeit ihr Leben schmerzfrei in der Schweiz zu beenden.

Im Gegensatz zu der Geburt ist der Mensch in der Lage seinen Todeszeitpunkt selbst zu bestimmen, zumindest solange er noch dazu die Fähigkeiten besitzt bevor das Siechtum schon zu weit fortgeschritten ist. Die Angst der Menschen ist heute nicht mehr der Tod, sondern das schwere Leiden vor dem Tod. Mit der immer älter werdenden Gesellschaft und den immer mehr Menschen die in qualvoller Wartestellung bis zu ihren Tod die Zeit durchstehen müssen, wird in Zukunft dieses Thema zu einem gesellschaftlichen Massenproblem ausarten lassen. Schon heute steigen die Selbstmordraten bei älteren Menschen kontinuierlich an, die noch bevor sie sich nicht mehr selber helfen können ihr Leben beenden möchten. Doch diese Art zu sterben kann nicht der Wille einer modernen Gesellschaft sein, zumal nicht alle Selbsttötungsversuche gelingen und dann zu schweren körperlichen Schäden führen, die den Leidensweg immer weiter verschlimmern gegenüber der erhofften Erlösung. Misslungene Suizidversuche können nur die Gesundheitsindustrie erfreuen, denn hier tut sich die nächste große Gewinnspanne für die Aktionäre auf. Es muss durch die Bevölkerung ein Ruck gehen, auch unter den Kirchenanhängern, dass ein humanes Sterben zur Einführung gelangen muss, denn jedem Menschen steht dieser qualvolle Weg bevor, auch wenn der Gedanke sehr gerne mit der Argumentation „ich habe ja noch bis dahin so viel Zeit“ weit nach hinten gedrängt wird. Jedoch die Zeit vergeht oft schneller, als die Vorstellungen im Kopf der Menschen.

Kein Mensch möchte gerne sterben, denn dafür lebt er viel zu gerne. Doch lange qualvoll leiden bis zum Tod möchte ebenfalls kein Mensch. Allein schon aus diesem Grund heraus muss das Sterben ein Selbstbestimmungsrecht sein. Aktive Sterbehilfe wäre ja nur anwendbar bei Leidenden, die selber nicht mehr die Kraft aufbringen können ein erlösendes Medikament einnehmen zu können. Ansonsten ist eine passive Sterbehilfe vollkommen ausreichend, es ist nur dem Sterbewilligen ein entsprechendes Medikament auszuhändigen welches er dann selbstständig einnimmt um schmerzfrei sein Leben zu beenden. Ein qualvoller Tod muss heute nicht mehr sein, die Gesundheitsindustrie hat schon genug Medikamente entwickelt die zu einem humanen Sterben führen, nur die Aktionäre verdienen anschließend nichts mehr an den Patienten, denn Tote zahlen nicht mehr.

Den Moralisten und Gläubigen sollte es verdeutlicht werden, dass Politiker keine Hemmungen besitzen gesunde Menschen zum qualvollen Sterben in den Krieg zu schicken und christliche Kirchenfürsten in der Vergangenheit Menschen als Hexen betitelten um sie dann qualvoll bei lebendigen Leib verbrennen zu können. Ganz zu schweigen von den vielen äußerst brutalen Religionskriegen, die eine Kirche in der Vergangenheit anzettelte. Wer Sterbehilfe für kranke und alte Menschen, die nicht mehr Leben möchten, als moralisch verwerflich abtut, zeigt nur eine nicht angebrachte scheinheilige doppelte Moral. Diese vollkommen falschen Moralvorstellungen, neben der Tätigkeit als Erfüllungsgehilfe der Gesundheitsindustrie, zeigen leider auch die Mehrzahl unserer Politiker, denn nur so ist es zu verstehen, dass Deutschland immer noch kein liberales Sterbehilfegesetz ähnlich der Schweiz besitzt.

Komm, schöner Tod
Ein altes Paar hat sich in Paris das Leben genommen und damit eine neue Sterbehilfe-Debatte ausgelöst.

Der Artikel erschien am 20.12.2013 bei Zeit-Online und ist hier nachzulesen!

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