Die Bundestagswahl als Parlamentssesselbeschaffer und Gehaltshilfe für Wahlkreispolitiker

Die bevorstehende Bundestagswahl, bei der die Parteien größte Mühe haben ihre Gleichheit zu verschleiern, ist die große „Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für hochbezahlte Politikposten“. Jeder plakatschmückende Politikerkopf möchte gerne einen Parlamentssessel ergattern und somit für die nächsten vier Jahre das hohe Gehalt mit allen Vergünstigungen sichern. Damit die ganze Show nicht zu sehr nach Selbstbedienung aussieht, soll natürlich das Volk mit seinen Kreuzchen die Politiker in die hochbezahlten Parlamentssitze hinein setzen. Dieses Verfahren nennen dann die Politiker Demokratie, in deren Sinn sie ihre Positionen erhalten.

Doch wen vertreten diese „von dem Volk gewählten Abgeordneten“ eigentlich? Nach dem Demokratieverständnis sollen sie die Interessen der Bürger ihres Wahlkreises im Bund vertreten. Dieses kann schon nicht gelingen, weil diese Wahlkreispolitiker von vielen Bürgern die Interessen, Wünsche und Ängste gar nicht kennen und zusätzlich den meisten Bürgern diese angeblich zuständigen Politikpersonen nicht bekannt sind. Die Zwangsbekanntmachung der Wahlkreispolitiker durch parteiliche Kopfplakate erzeugt nur ein negatives Bild, dass nicht wirklich wahrgenommen werden kann. Im Bundestag angekommen denkt der Wahlkreispolitiker, wie jeder andere Mensch auch, nur an sich selbst und seinem eigenen Wohl. Hier besteht Fraktionszwang und bei den namentlichen Abstimmungen ist ihm sein eigener Vorteil immer das wichtigste. Politiker die ihre hochbezahlten Posten, Vorzüge und hohe Alterabsicherungen über die laufende Legislaturperiode hinaus beibehalten möchten, werden nie gegen die Fraktionsvorgaben stimmen. Dieses zeigt die geringe Zahl an Abweichlern bei parlamentarischen Abstimmungen jeglicher Art auf. Nicht die Bürger im Wahlkreis und das eigene Gewissen interessieren, sondern ausschließlich nur der persönliche Wohlstand. Es ist eben das eigene Hemd, welches immer am nächsten ist. Das traurige an diesem verlogenen Demokratieverständnis ist nur, dass auch noch behauptet werden kann von dem Volk in diese Position durch Direktwahl gesetzt worden zu sein. Die ehrlich verlogene Lösung wäre, dass die Erststimme entfällt und nur die Parteien ihre Spezies in die Parlamentssessel setzen. Das Ergebnis bei den parlamentarischen Abstimmungen wird zwar das Gleiche sein, aber keiner kann behaupten direkt von dem Volk in die Position gewählt worden zu sein und somit kommt etwas mehr Ehrlichkeit in das verlogene Demokratieverständnis der Politiker.

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