Das kirchliche Verständnis über Leben und Tod und die Politik als Gehilfe

Die Medien berichteten, dass einer Frau nach der Vergewaltigung die Aufnahme in zwei katholischen Krankenhäusern verweigert wurde. Dabei stellt sich zuerst die Frage, warum unterliegen Krankenhäuser überhaupt einer Konfession? Kirchen finanzieren nicht die Krankenhäuser, sondern die Sozialversicherungs- und Privatkassen sowie der Staat, alles aus Beitragsfinanzierung und Steuergelder. Warum besitzen weltfremde Kirchenfürsten, mit scheinheiligen und verlogenen Ideologien, Einfluss mit ihrem mehr als zweifelhaften Verständnis über Leben und Tod? In der Geschichte der Menschheit haben Religionsführer aller unterschiedlichen Glaubensrichtungen nur Unheil der Welt zugefügt. Auch die sogenannten Christen führten erbitterte Religionskriege und ermordeten in grausamster Weise von ihnen selbst bestimmte Personen, wie z. B. die öffentlichen Hexenverbrennungen. Heute wollen die Nachfolger der verbrecherischen Christenführer das Austragen einer Schwangerschaft befehlen, egal unter welchen Umständen diese entstanden ist.

Auch die Politik unterwirft sich gerne der Kirchenprominenz, aber nur so wie es mit der wirtschaftlichen Lobby, dem parteiinternen Konsens und den stimmgewinnenden Interessen in Einklang zu bringen ist. Frauen die abtreiben möchten befinden sich in der Minderheit, besitzen weder eine politische noch gesellschaftliche Lobby. Eine Abtreibung kann nur unter ethischen Gesichtspunkten Betrachtung finden und alles was in Verbindung mit Ethik steht muss als Selbstbestimmungsrecht jeder einzelnen Person gewährleistet bleiben. Schon gar nicht Politiker und Religionsführer, die persönlich nie so eine Situation durchleben müssen, dürfen hier ein bestimmendes Recht besitzen. Die Politik und die Kirche sollten sich hingegen vielmehr um den Opferschutz bemühen, denn hier besteht ein sehr großer Nachholbedarf. Leider fokussiert sich das politische und kirchliche Verhalten immer mehr auf den Täterschutz, sodass die Belastung für die Opfer unerträglich wird (ein Beispiel ist das kirchliche Abtreibungsverbot). In Deutschland und dem EU-Parlament sorgen sich schon einige Politiker, dass der Täterschutz für Indiens Vergewaltiger und Mörder nicht ausreichend gewahrt ist.

Ebenso wie das Selbstbestimmungsrecht zur Austragung einer Schwangerschaft, gehört das Selbstbestimmungsrecht zum sterben. Jeder unheilbar kranke Mensch, der sich alleine nicht mehr helfen kann und unter großen Schmerzen leidet, muss das Recht zur Sterbehilfe auf eigenes Verlangen zugestanden bekommen. Es dürfen nicht nur reiche Menschen, zu denen Politiker und kirchliche Würdenträger ebenfalls gehören, die Möglichkeit besitzen in der Schweiz einen schmerzfreien Tod zu erkaufen und Politiker dabei zusätzlich noch ihre eigens geschaffenen Gesetze (für das Durchschnittsvolk) für sich selbst aushebeln können. Es sollte jedem seine eigene Entscheidung bleiben, wann das Leben nicht mehr als menschenwürdig zu betrachten ist und keinesfalls eine Prädestinierung ausschließlich für reiche Personen. Politiker sollten lernen menschlich zu denken und den Wünschen todkranker Menschen real begegnen. Politiker sind das einzige bestimmende Organ im Staat und könnten die Schmerzen vieler verkürzen, wenn sie nur umdenken könnten und das menschliche Leiden höher einstufen als die Gewinne der Gesundheitsindustrie. Von Kirchenobrigkeiten ist kaum etwas zu erwarten, viel zu weit sind die Visionen einer nicht existierenden Scheinwelt ausgeprägt die sich jeglicher realen Nachvollziehbarkeit entledigt hat.

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