Welche Partei wählen, oder doch lieber Wahlverzicht? Sind Politiker überhaupt noch wählbar?

Welche Menschen wählen welche Parteien und was erwarten sie von den Parteien? Eine Partei ist zunächst ein Interessenzusammenschluss, die bestimmte Personengruppen vertreten soll oder es zumindest versuchen möchte. Die großen Parteien, die einen größeren Volksteil abdecken, nennen sich Volksparteien. Kleinere Parteien, die nur einen ausgesuchten Volksteil zum durchsetzen ihrer Interessen verhelfen möchten, sind dann die Klientelparteien. Die Personen, die ihren Lebensunterhalt durch die Parteien sichern, nennen sich Politiker oder auch Volksvertreter. Im eigentlichen Sinn, sind sie die Erfüller der Wünsche des Volkes und werden auch von dem Volk dafür bezahlt. So ist die Theorie, doch die Praxis ist anders. Hier bestimmen die Politiker das Leben des Volkes, sie geben für das Volk die Richtung vor, wie es zu leben hat. Parteien lassen Wahlprogramme schreiben und haben das Programm für nach der Wahl schon in der Schublade. Steuergeldverschwendungen für verlogene Wahlkämpfe, Umweltverschandelung mit Kopfplakaten für die getreuen Personen der Parteispitzen, welches nur die Bitte nach einem hochdotierten Abgeordnetenplatz für diese Personen bedeutet. Die Parteien buhlen um möglichst viele hochbezahlte Plätze mit sehr vielen weiteren Vergünstigungen für ihre Parteispezis im Parlament. Dabei ist ihnen die Wahlbeteiligung egal, nur ihre Partei muss die Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen erreichen.

Was für Leute wählen die CDU/CSU? Es sind Personen die im großen und ganzen mit ihrem Leben zufrieden sind. Dieses ist jedoch zusätzlich noch regional und erbanlagenbedingt, je nachdem wo und wie geboren. Natürlich ist die gutsituierte bürgerliche Schicht hier ganz vorn mit dabei, aber auch Teile der Arbeiterschaft. Dann ist ein Teil der Wählerschaft noch davon überzeugt, dass diese Partei christlich wäre, nur diese Personengruppe glaubt die Politik und begreift sie nicht. Alle Personen die finanzielle Vorteile durch diese Partei besitzen, oder zumindest erhoffen, sowie ihre angehörenden Politiker wählen selbstverständlich ihre Partei.

Wer wählt die SPD? Nach dem Godesberger Programm ist diese Partei keine Arbeiterpartei mehr, besitzt jedoch noch immer ihren größten Wähleranteil innerhalb der Arbeiterschaft. Auch die Gewerkschaften, trotz Schröder, stehen hinter der Partei. In ihrem sozialen Erscheinungsbild ist sie seit Schröder von der CDU/CSU nicht mehr unterscheidbar und ihre derzeitigen Führungspolitiker wollen sich auch nicht davon distanzieren. Sie wird noch von traditionellen Wählern gewählt, die sich jedoch immer mehr vermindern. Anstatt die SPD kann auch gleich das Original CDU/CSU gewählt werden, es kommt auf das Gleiche raus, nur die Personen der empfangenden Gehälter ändern sich. Natürlich wählen auch hier alle Personen die finanzielle Vorteile durch diese Partei besitzen, oder zumindest erhoffen, sowie ihre angehörenden Politiker selbstverständlich ihre Partei.

Wer wählt Die GRÜNEN? Die Grünen möchten so gerne die dritte Volkspartei werden, doch dafür ist diese Partei zu sehr klientelbezogen. Immer noch besteht ihre Hauptwählerschaft aus Studenten, Professoren, Lehrern, Wissenschaftlern und Umweltfreaks. Für diese Klientel ist die Sozialpolitik persönlich nicht wichtig und deshalb war es leicht die Beschlüsse unter „Kanzler Schröder“ mitzutragen. Weil Wirtschaftspolitik auch nicht zu den Stärken zählt, würden ihre jetzt neu erkannten sozialen Komponenten unbezahlbar. Grüne Politik steht für Preissteigerungen, die jegliche soziale Errungenschaften sofort wieder känzeln lassen. Die Grünen sind noch ein bisschen die Partei für Träumer geblieben.

Wer sind die Wähler der FDP? Die FDP nennt sich liberal, ist jedoch nicht liberaler als jede andere Partei. Sie ist eine reine Partei für den Mittelstand, eine Interessenvertretung für mittelständische Unternehmen und mehr nicht. Dieser Partei interessieren nicht die arbeitenden Menschen und auch kein Rentner. Sie möchte die Unternehmen über Dumpinglöhne sanieren und hohe Gewinne zuführen. In ihren Vorstellungen existiert ein Land von Herren und Sklaven, ohne jegliche soziale Absicherung. Des Weiteren tritt sie für Steuererleichterungen für Reiche und Superreiche ein. Ihr Ziel, Vollbeschäftigung durch moderne Sklavenhaltung. Wählbar ist diese Partei nur für Unternehmer, Freiberufler und Spitzenverdiener.

Wer wählt DIE LINKE? Die Linke, ein Zusammenschluss aus PDS und WASG, wird überwiegend von den Menschen in den östlichen Bundesländern gewählt. Die PDS war die Nachfolgepartei der sozialistischen Einheitspartei SED und die WASG bestand hauptsächlich aus abtrünnigen SPDlern, dank Schröder. Von allen Parteien hat Die Linke die besten sozialpolitischen Vorschläge, bekennt sich offen für die zwingend erforderliche Rücknahme der antisozialen Beschlüsse der SPD/GRÜNE Regierung, die alle anderen Parteien aufrecht erhalten wollen. Rentner und Arbeitslose sollen wieder leben dürfen, nicht in Armut ersticken. Doch wie vertrauenswürdig ist Die Linke? Wenn die Wurzeln bei der SED zu betrachten sind, dann gab es dort nur reiche Politiker und ein armes Volk. Also setzt sich der Wählerstamm aus ehemalige Kommunisten und Protestwählern zusammen.

Wer wählt die Piraten? Hier ist es einfach, ausschließlich Protestwähler und Freaks der digitalen Welt. Es ist eine Partei ohne wirkliches Programm, kein erkennen der vielen drückenden Probleme. Immer unter der Prämisse, „meine Meinung ist keine Meinung“ und „das nächste Computerspiel ist wichtiger als die drohende Altersarmut“. Dazu kommt noch, dass der Vorsitzende Beamter im Verteidigungsministerium ist. Bei dieser Partei passt aber auch gar nichts zusammen, hier muss der Wähler schon ein sehr großer Träumer sein.

Die Nichtwähler! In diesem Staat entwickeln sich die Nichtwähler zu der stärksten Partei und dieses ist nicht mehr wunderlich. Es gab immer politisch Desinteressierte, jedoch die Anzahl der Frustrierten und Hoffnungslosen ist heute in der Überzahl. Diese Parteien sind für viele Menschen nicht mehr wählbar, sie finden sich nicht vertreten. Die Politik ist verlogen und schmutzig, das Wohlstandsdenken und die Raffgier der Politiker unerträglich. Debatten bestehen nur aus politischen Schauspiel und sollen lediglich medienwirksame Schlammschlachten darstellen. Politiker sind heute gute Schauspieler, oder nur bezahlte Mehrheitsbeschaffer in einer Scheindemokratie. Soziale Komponenten werden einfach abgeschafft, der arbeitende Mensch um seine Rente betrogen und gleichzeitig die private Versicherungswirtschaft und Banken gefördert. Politiker schaffen für sich jedoch ihre eigenen Absicherungsgesetze, sie schützen sich selbst vor ihre eigenen Beschlüsse. Sie schützen sich vor der Eurorettung, die sie selbst verursacht haben und möchten demnächst ihre Diäten in Gold ausbezahlt bekommen. Sie möchten ihre Taten nicht selber spüren, denn sie haben dafür ein Volk, dass schließlich so gewählt hat. Wer soll denn überhaupt noch bei diesen Politikern Lust zum wählen bekommen? So bekommt die Nichtwählerpartei stetigen Zuwachs.

Sicherheitsfragen werden schon längst nicht mehr von deutschen Politikern getroffen. Alleine durch die Mitgliedschaft in der NATO haben die Deutschen kein Selbstbestimmungsrecht mehr. Über Krieg oder Frieden wird von außen bestimmt und die parlamentarische Abstimmung über die „Durchwinker“ ist die gleiche demokratische Farce, wie bei allen übrigen Abstimmungen auch. Kommt es mal in diesem Land zu einem Krieg, was wir alle nicht hoffen, dann sind den Politikern die sicheren Plätze mit Sicherheit gewiss.

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.