Die Altersabsicherung unserer Volksvertreter für Politiker ohne Meinung

Die Rentenversicherung hat sich in den Jahren, verursacht durch alle wechselnden Regierungen, zu einer Almosen zahlenden Institution mit den Gnaden der Politiker gewandelt. Die durchschnittlichen Rentenzahlungen sollen sich um die 1.000 Euro monatlich belaufen, doch selbst diesen Betrag erreichen viele nicht. Anders sieht es jedoch bei den aus Steuergeldern finanzierten Beamten aus, Gemeinde-, Landes- und Bundesbeamte sollen im Durchschnitt zwischen 2.700 und 3.000 Euro monatliche Pensionen erhalten. Ehemalige einfache Landes- und Bundespolitiker sind dem Steuerzahler im Durchschnitt ca. 3.000 Euro monatliche Pensionen wert. Natürlich ist es standesgemäß, dass ehemalige Minister fürstlicher von dem Volk in ihrem Ruhestand honoriert werden. Zum Beispiel sollen ehemalige Landesminister zwischen ca. 6.000 und 8.000 Euro Pensionen aus Steuermitteln erhalten. Warum jedoch die ehemaligen Bundesminister im Durchschnitt „nur“ ca. 4.500 Euro steuerfinanzierte Pensionen erhalten, bleibt wohl ein politisches Geheimnis.

Auch für die von den Politikern geforderte „Rente mit 67“, halten sie für sich selbst wenig. Bei längerer Parlamentsangehörigkeit können die Politiker in Bund und Ländern auch schon ihre Pensionen ab dem 55sten, bzw. 57sten Lebensjahr kassieren (länderspezifisch). Nun mag es den Steuerzahler egal sein, ob er seine Steuerabgaben für aktive oder passive Politiker bereitstellt, denn bei den meisten Politkern besteht zwischen aktiv und passiv sowieso kein Unterschied, doch es rücken immer wieder andere nach und mit dem neuen Wahlrecht werden die Ausgeschiedenen in einer noch größeren Anzahl ersetzt. Dieses bedeutet mehr Steuergelder bereitzustellen für immer mehr aktive und passive Politiker.

Die derzeitigen Koalitionspolitiker haben für nächstes Jahr eine Absenkung der Rentenbeiträge um 0,7 Prozent beschlossen. Das dieses bei einem Durchschnittsverdiener gerade einmal 10 Euro monatliche Einsparung bedeutet, verschweigen sie natürlich gerne. Um überhaupt später von seiner Rente leben zu können, sollen sich die Arbeitnehmer privat zusätzlich versichern, welches jedoch den Versicherungen, Banken und provisionsgierigen Versicherungsverkäufern mehr Nutzen bringt als dem durchschnittlichen Arbeitnehmer selbst, wird ebenfalls von den Politikern gerne totgeschwiegen. Hier stehen mal wieder 10 Euro monatliche Einsparung den 100 bis 200 Euro monatlich zu zahlenden privaten Versicherungsbeiträgen an die Bankster gegenüber. Erschwerend kommt hinzu, dass so etwas alles von überversorgten Parlamentariern beschlossen wird, die sich ihr „königliches Altersdasein“ von dem Steuerzahler finanzieren lassen. Damit die Abgeordneten zeigen, dass auch sie privat vorsorgen wollen, lassen sich zum Beispiel die NRW-Abgeordneten ihre persönliche zusätzliche private Altersabsicherung mit 500 Euro monatlich extra von dem Steuerzahler honorieren, damit aus der Überversorgung eine Über-Überversorgung wird.

Das bei den Rentnern in den letzten 12 Jahren ein Kaufkraftverlust von 20 Prozent eingetreten ist, ignorieren die Politiker für das Volk einfach. Sie lassen von dem Steuerzahler ihre zusätzlichen Altersversicherungen bezahlen, damit ihnen dieses Schicksal nicht ereilt. Ansonsten interessiert den Parlamentariern nur ihre Klientel und diese ist nicht das Volk, sondern Banken, Konzerne und Versicherungen mit milliardenschweren Anteilseignern. Um diesen Leuten ihre Vermögen zu schützen wurden auch die Rentenbeiträge gesenkt, denn das überhaupt Konzerne Renten- und Krankenversicherungsbeiträge für ihre Beschäftigten zahlen müssen ist vielen Politikern ein Dorn im Auge, auch sie profitieren in den unterschiedlichsten Weisen von der Kapitalmacht.

Um als Politiker bei dem Volk gut dazustehen, bedarf es der Kunst keine Meinung zu besitzen, zumindest öffentlich. Daraus resultieren auch die guten Umfragewerte für die Kanzlerin. Die Meinung immer so anpassen wie die derzeitige vorrübergehende allgemeine Volksstimmung ist. Die Kanzlerin war für die Atomkraft und machte die Beschlüsse der Vorgängerregierung, mit viel Geld aus der Steuerkasse für die Stromkonzerne, rückgängig. Die Atomkatastrophe Fuckushima geschah, die Volksmeinung kippte und die Kanzlerin auch. Wieder wird mit viel Geld aus der Steuerkasse die Stromindustrie gefördert, nebst Ausgleichszahlungen für unverständliche Machtbeschlüsse der Regierungen. Die Politik besitzt die Macht über des Volk, jedoch nicht gegenüber den Konzernen und kann schier unbegrenzt von dem Volk das Geld einkassieren. Die Kanzlerin wollte einen Bundespräsidenten Wulff und bekam ihn. Dieser Präsident verkörperte, und das auch noch heute, den Gardepolitiker in Perfektion. Im höchsten Level auf Kosten des Steuerzahlers abkassieren und dieses ohne jegliche Leistung bis zum Tod. Doch die Kanzlerin überstand alles ungeschadet, auch das sie plötzlich den Bundespräsidenten wollte den sie vorher kategorisch ablehnte. Also ist hieraus zu schließen, dass Politiker ohne Meinung die besten Karrierechancen besitzen. Jedoch hat die Kanzlerin auch das Glück, dass echte Alternativen in der gesamten Politikerlandschaft nicht auffindbar sind, denn es bestimmt die Gleichheit das Profil und lediglich medienwirksame Schlammschlachten sollen den Wähler überzeugen, die aber im Endeffekt die gleiche politische Wirkung erzeugen: „Der Bürger zahlt immer, nur die Empfänger sind andere“.

Nun kann man auch auf den Gedanken kommen, warum ist nicht das erstrebendste Berufsziel ein Politiker zu werden? Der Weg zu einem „abkassierenden Politiker“ ist schleimig und schmutzig, genau so wie die späteren Verhaltensregeln. Der Weg benötigt wohlgesonnene „Ziehväter oder auch Mütter“, die jedoch erst mal in ihrer passenden Weise überzeugt werden müssen. Der politische Aufstieg ist in allen Funktionen vergleichbar mit dem Aufstieg in den Hierarchiestrukturen der Großunternehmen, Konzernen, Banken, Gewerkschaften und bei öffentlichen Arbeitgebern.

In Italien zeigt Berlusconi die Politikermentalität in Vollendung, den Staat um Milliarden für den eigenen Reichtum betrügen und bei den anderen Staaten der Eurozone für sein Volk um Hilfen bitten. In welche Menschengattungen sind Politiker denn überhaupt noch einzuordnen? Denn ausschließlich der persönliche Reichtum und das persönliche Wohl zählen, alles andere ist nur perfektioniertes Schauspiel.

Alterssicherungsbericht der Regierung: Beamte bekommen dreimal so viel Pension wie normale Rentner – weiter lesen auf FOCUS Online:

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