Rentenerhöhung für Herrn Wulff, dank den Gesetzen von Politikern für Politiker

Die Bezüge für den derzeitigen Bundespräsidenten, sowie alle seiner noch lebenden Vorgänger, sollen ab 2013 um 18.000 Euro jährlich steigen. Die Frage, ob dieses berechtigt ist oder nicht, fällt bei den gesamten Ungerechtigkeiten in diesem Land nicht mehr wirklich ins Gewicht. Der oberste Staatsposten wird von Politikern bestimmt (oder auch so zu nennen: „Von dem der Mehrheit innerhalb der Bundesversammlung entsprechenden Koalitionsparteien fraktionsgerecht gewählt“) und diese Leute sorgen sowieso für sich selbst finanziell bestens vor, denn dieses zahlt ja nur der Steuerzahler. Wenn eine bestimmte Berufsgruppe ihre Gehälter selber bestimmen kann, ist das Ergebnis eine natürliche Folge der Charaktereigenschaften von den Menschen. Nur ein Herr Wulff bekommt diesen Zuschlag natürlich auch, dank der politikerfreundlichen Gesetzeslage. Herr Wulff war und ist kein Machtmensch, dieses ist ein guter Charakterzug von ihm, doch wenn er dazu doch nur noch vertrauenswürdig gewesen wäre. Ihm interessierte nur das Geld, alles was er unternahm, oder auch nicht, war in seinem persönlichen Wohl ergründet. Bei allem was ihm an evtl. Vorteilsnahmen oder Beziehungen vorgeworfen wurde, wehrte er sich vehement und rechtfertigte sich laut Medienberichte mit den unverständlichsten Aussagen, die selbst den Blauäugigsten zum nachdenken aufforderten. Aber er hat alles erreicht war er wollte, 217.000 Euro lebenslange Frührente (die politische Bezeichnung des Ehrensolds ist wohl eher unpassend), Arbeitsräume und Mitarbeiter, Dienstwagen mit Fahrer und alle sich weiter bietenden Annehmlichkeiten. Dieses alles steht ihm nach dem deutschen Recht zu und zeigt gleichzeitig deutlich, dass in diesem Land Recht nicht im Zusammenhang mit Gerechtigkeit steht. Wenn Herrn Wulff nicht alles nur um das Geld gehen würde und Charakter zeigte, dann würde er auf den Ehrensold und alle ihm von dem Steuerzahler gebotenen sonstigen Vergünstigungen verzichten und versuchen wieder einen juristischen Job nachzugehen (hat er ja mal gelernt), er würde auch bestimmt noch eine Anstellung bekommen. Dann sollte ihm auch eine der wirklichen Leistung entsprechenden Rente mit 67 Jahren zu gestehen, so wie er es als Politiker ebenfalls dem Volk zumutet.

Doch wäre Herr Wulff keine öffentliche Person, dann hätte es keinem Menschen interessiert, mit welcher Leistung er Geld von dem Steuerzahler kassiert. In vielen Sparten des öffentlichen Dienstes sitzen Personen auf Positionen, die hohe Gehälter für nicht erbrachte Leistungen bekommen. Ihr Tagesablauf besteht fast ausnahmslos darin, auf den Feierabend zu warten. Auch diese Personen werden von dem Steuerzahler bezahlt und weil dieses keinem interessiert, wird es nicht publiziert.

Seitdem die Eurokrise grassiert, ist das Volk gegenüber ungerechtfertigten Zahlungen an bestimmte Personen immun geworden. Es geistern nur noch täglich Meldungen über Milliardenbeträge für Rettungsschirme, Banken und maroden Staaten durch die Medien, sodass alles andere als Peanuts gehandelt wird. Also kann so eine Krise für einige Personen durchaus zusätzliche Vorteile einbringen, ihre erhaltenden „Geschenke aus der Steuerkasse“ sind erst mal bei dem öffentlichen Interesse gering eingestuft. Die Politiker brauchen nicht ihr unbeliebtestes Thema der Selbstbeschneidung ihrer eigenen Vorteile anzugehen.

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