Psychische Probleme durch Arbeit, kann denn so etwas sein?

Es gibt immer mehr Menschen mit psychischen Problemen. In Oberhausen erstach jetzt ein Mann mit psychischen Problemen einen 8 jährigen Jungen. Es müssen sich immer mehr Menschen einer psychologischen Behandlung unterziehen, denn sie kommen mit ihren Leben nicht mehr zurecht. Mit Sicherheit ist der Großteil in Familiären- und/oder Geldproblemen begründet, die derartige Ausrastungen verursachen können. Doch vieles entspringt aus dem Arbeitsleben heraus, mit mannigfaltigen Gründen die in Stressfaktoren und widrigen Arbeitsbedingungen zu finden sind. Die Hauptgründe beziehen sich aus der Angst die gestellten Aufgaben nicht leisten zu können und dem damit verbundenen Verlust der Arbeitsstelle. Aber auch Mobbing und unfähige Vorgesetzte können die Auslösung für psychischen Stress bedeuten, welches nicht sein müsste, doch durch die widrigen Charaktereigenschaften der Menschen zwangsläufig entsteht. Neidfaktoren durch ungerechte Entlohnungen, mangelnde fachliche und menschliche Kenntnisse besser bezahlter Angestellte gegenüber den gleich bzw. auch mehr leistenden, evtl. sogar intelligenteren, Mitarbeiter erbringt Frust und damit psychische Belastungen. Entstandene Seilschaften mit schmierigen Verhalten sorgen dann für den Rest des Unerträglichen. In Großraumbüros, die als Brutstätten für Mobbing bekannt sind, werden Unternehmensteile mit den unterschiedlichsten Aufgaben zusammengepfercht und Leistung verlangt die an solchen Orten nicht zu erbringen ist. Die Folge sind psychologische Behandlungen mit allen bekannten Folgen, die jedoch von den Firmenleitungen gerne als Unzulänglichkeiten der Mitarbeiter angesehen werden.

Bei Firmen wo alles gut funktioniert wird dann umstrukturiert, weil ein paar neue oder besonders beliebte „Führungskräfte“ anfangen Ideen zu entwickeln. Natürlich ist dieses nur Eigeninteresse der bestimmten Personen. Im Rahmen der Umstrukturierung steigen sie innerhalb der Firmenhierarchie gehaltsmäßig und gesellschaftlich auf. In ihrem Schlepptau entstehen neue Seilschaften mit schmierigen Stellenverschiebungen zu Gunsten ihrer auserwählten Zöglinge. Für die Mitarbeiter, wo in den Vorstellungen der neuen Führungsriegen keine Verwendung mehr besteht, sind dann Aufenthaltsräume vorgesehen indem sie ihre Arbeitszeit „labernd über Gott und die Welt“ absitzen können. Doch auch bei diesen Menschen gibt es Unterschiede, der eine ist damit zufrieden und froh keine Leistung mehr erbringen zu müssen und dafür noch sehr gut entlohnt wird, doch ein anderer möchte vielleicht noch etwas leisten, kann es aber unter den gegebenen Umständen nicht mehr und der Firma ist es egal. Auch dieses kann zu psychologischen Problemen führen, weil es ein Überflüssigkeitsgefühl erzeugen lässt mit verbundenen Gleichgültigkeitserscheinungen.

Um die Umstrukturierungen einen Sinn zu geben, die o. g. Zustände sind natürlich auch zu finanzieren, ist der Leistungsdruck bei der wirklich arbeitenden Belegschaft kontinuierlich zu erhöhen. Durch abnehmende Lohnstruktur, insbesondere bei Neueinstellungen, arbeitsverdichtenden Maßnahmen und erzeugender Angstbetreibung mit Konkurrenzgerede wird dieser Belegschaftsteil der Ausbeutung freigegeben. Ausfälle durch das Burnout-Syndrom sind somit vorprogrammiert und steigt dessen Anzahl, folgt als Gegenmittel die nächste Umstrukturierung.

Bei diesen Zukunftsaussichten wird mit Sicherheit kein Psychologe mehr arbeitslos!

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2 Replies to “Psychische Probleme durch Arbeit, kann denn so etwas sein?”

  1. Ich stimme der Vorrednerin zu. Auch Alkoholprobleme werden durch schwierige Arbeitssituationen begünstigt. Zu berücksichtigen ist, dass Stress nicht zu viel Arbeit bedeutet. Stress hat immer etwas mit „sich bedroht fühlen“ zu tun. Viel Arbeit alleine ist noch kein Stressfaktor.

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