Kreislauf des Geldes, der Handel mit Schulden und der Schutz des Reichtums

Auch der ehemalige Finanzminister Steinbrück folgt seinem Parteivorsitzenden Gabriel mit der Forderung nach Eurobonds. Er vertritt die Meinung, dass das deutsche Volk sowieso schon über Rettungsschirme für Europa haftet, also dann auch bitte die komplette Haftung. So ganz Unrecht hat Herr Steinbrück nicht, denn haften müssen die Bürger immer, egal wie sich das verlogene Konzept auch gerade nennt. Verursacher dieser Haftung ist die unersättliche Kapitalgemeinschaft mit ihren ausführenden politischen Handlangern, die jedoch selber nie haften müssen, denn sie besitzen das „doofe Volk“. Hauptverursacher bleibt jedoch immer ein Herr Kohl, dessen Wunschtraum wahrscheinlich die erste europäische Kanzlerschaft war, der mit seiner ganzen zur Verfügung stehenden Macht im Sinn der Kapitalgesellschaft die Euroeinführung durchboxte und die D-Mark beerdigte, gegen den Willen des Volkes. Das die Parlamentsabgeordneten dieses durchwinkten galt als sicher, denn es sind nur bezahlte Statisten ohne Haftung, die nie die Auswirkungen ihrer Beschlüsse persönlich merken.

Es ist schon verwunderlich, wie die Wirtschaft im kapitalistischen Banken-System funktioniert. Damit Deutschland Außenhandel betreiben kann, muss Deutschland den anderen Staaten Geld leihen, damit die Bürger dieser Staaten die Waren kaufen können. Dadurch entstehen einheimische Arbeitsplätze, die Wirtschaft wächst und die Aktionäre mehren ihre Millionen. Weil durch die Arbeitsplätze das Steueraufkommen wächst, können die Politiker weitere Gelder an die Staaten verleihen. Dieser Kreislauf funktioniert jedoch nur solange, bis die Staaten aufgrund der hohen Schulden zahlungsunfähig sind. Um trotzdem weiter Außenhandel betreiben zu können, benötigen die anderen Staaten jedoch weiterhin Geld. Deshalb als nächsten Schritt die Rettungsschirme, damit der Kapitalfluss dem Kreislauf erhalten bleibt. Wie lange so etwas funktioniert, kann kein Politiker sagen und deshalb wird schon über den darauffolgenden Schritt spekuliert, die Vergemeinschaftung aller europäischen Schulden. Dann funktioniert vielleicht der Außenhandel Deutschlands weiter und die Aktionäre mehren weiter ihre Millionen, aber die Preise werden steigen und die Löhne und Renten sinken.

Im Kleinen sieht dieses in etwa so aus: Ein Geschäftsmann verleiht seinen Kunden Geld, damit diese seine Waren kaufen können. Kann der Geschäftsmann kein Geld mehr verleihen, geht er Insolvenz. Oder eine gegründete Auffanggesellschaft aus mehreren Geschäftsleuten bildet einen Rettungsschirm für diesen Geschäftsmann und versorgt ihm mit frischen Geld. Jetzt kann er weiter seinen Kunden Geld leihen, damit sie weiter seine Waren kaufen können. Allerdings muss er die Preise erhöhen um seine Schulden an dem Rettungsschirm zurückzuzahlen. Bleiben aufgrund der höheren Preise die Kunden aus, würde er wieder Insolvenz gehen und die anderen Geschäftsleute müssten für seine Schulden haften. Damit dieses jetzt nicht eintritt, werden die Schulden vergemeinschaftlicht, der Geschäftsmann geht nicht in die Insolvenz und kann seine Preise für die Waren wieder senken um konkurrenzfähig zu bleiben. Hier zahlen jetzt alle Geschäftsleute gemeinsam die Schulden, in der Hoffnung, das dass Geschäft des einen wieder Gewinne einfährt und gleichzeitig die Schulden seiner Kunden an ihm zurückgezahlt werden. Im Endeffekt soll es dann ein Gewinn für alle darstellen, wobei das Risiko jedoch einem Glücksspiel gleichkommt. Doch bei der Finanzierung ganzer Staaten ist dieses Problem nicht so einfach zu lösen, denn hier haften ganze Völker für die Fehler der Politik und den nimmersatten Kapitalismus. Denn auch die Politiker betreiben „im Namen des Volkes“ das Glücksspiel, jedoch ohne ihr eigenes, persönliches Risiko, denn ihr Volk trägt alleinig, ohne die geringsten Möglichkeiten der Einflussnahme, die Risiken des politischen Glückspiels. Es ist die diktatorische Demokratie in Vollendung zur Sicherung des Kapitalismus. Die Politiker dürfen im sicheren Wissen das Geld des Volkes verleihen, dass sie es nie zurück bekommen. Jeder normale Bürger würde dafür „der Veruntreuung fremden Kapitals“ angeklagt, nur Politiker sind von der Einhaltung ihrer eigenen Gesetze befreit. Mit ihrer Wahl durch das Volk, wurde gleichzeitig der Freifahrtsschein ihres gesamten Handelns ausgestellt.

Das große Kapital hat wenig Interesse von Deutschland aus den Außenhandel zu unterstützen, sie expandieren gleich in die neuen Schwellenländer, produzieren preiswert mit der dort erlaubten totalen Ausbeutung deren Bürger, ohne Umweltauflagen durch Politiker und können sofort innerhalb dieser Länder ohne große Transportwege ihre produzierten Waren verkaufen, denn der Bedarf ist noch erheblich. Große Konzerne wie VW oder Siemens und andere sind weltweit vertreten und können jederzeit auf deutsche Standorte verzichten. In einem gleichgeschalteten Europa erhoffen sich diese Konzerne dann die gleichen Bedingungen wie in den Schwellenländern vorzufinden, damit dem Kapital das ungehemmte Wachstum dauerhaft verbleibt.

Das Kapital möchte nur Gewinne erzielen und die Schulden der Allgemeinheit überlassen. Der deutsche Staat hat über 2 Billionen Euro Schulden und trotzdem besitzen einige wenige über 5 Billionen Euro mit steigender Tendenz als persönliches Eigentum, sie sind die Nutznießer der Schulden anderer. Sie leihen dem Staat das Geld und lassen der Allgemeinheit die Zinsen und Schulden für ihr stetig wachsendes Kapital zahlen. Somit wird das Volk immer ärmer und die Reichen immer reicher. Es besteht auch kein Problem zwischen jung und alt, dass die Alten zuviel haben und die Jungen zu wenig, wie es jetzt wieder zur Sicherung des verlogenen Systems publiziert werden soll, sondern alleinig zwischen arm und reich. Von den reichen Alten erben die jungen Verwandten sowieso, von den armen Alten, die in der großen Mehrheit sind, können die jungen Verwandten nichts erben. Also ist es egal ob jung oder alt nur arm und reich ist der entscheidende Auslöser, der so nicht genannt werden darf. Wenn das normale Volk die Zahlungen nicht mehr aufbringen kann und die Politiker nichts mehr kürzen können, dann wird diese falsche Verteilung des Vermögens unwiderruflich zu einem Crash mit einer folgenden Währungsreform führen, indem dem Kapital der Grundbesitz, die Fabriken, Immobilien, Gold, alle festen Werte und die Aktien verbleiben. Für das Volk wird es die neue Währung im Faktor von ca. 1:10 geben. Die Staatsschulden sind getilgt, die Spareinlagen der Bürger wertlos und die Löhne den Billiglohnländern angepasst. Das Kapital kann wieder anfangen Gewinne einzufahren, die Reichen bleiben reich und die Armen sind noch ärmer, der Kreislauf beginnt erneut und die Politiker haben ihre Ziele erreicht.

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