Ökonomen warnen vor den EU-Gipfelbeschlüssen zur Bankenunion

Jetzt melden sich endlich auch mehrere deutsche Spitzen-Ökonomen zu Wort und kritisieren die Beschlüsse des letzten EU-Gipfels. In einem Aufruf wollen 160 Wirtschaftsprofessoren um den Ifo Präsidenten Hans-Werner Sinn die sogenannten „Zwangszugeständnisse“ unserer Kanzlerin verurteilen. „Wir sehen den Schritt in die Bankenunion, die eine kollektive Haftung für die Schulden der Banken des Eurosystems bedeutet, mit großer Sorge“.

Weiter mahnen die Ökonomen an: „Die Bankschulden seien fast drei Mal so groß wie die Staatsschulden. Es ist schlechterdings unmöglich, die Steuerzahler, Rentner und Sparer der bislang noch soliden Länder Europas für die Absicherung dieser Schulden in die Haftung zu nehmen, zumal riesige Verluste aus der Finanzierung der inflationären Wirtschaftsblasen der südlichen Länder absehbar sind“. Deutschland und die anderen soliden Staaten müssen ihre Haftungssummen immer weiter ausdehnen. „Streit und Zwietracht mit den Nachbarn sind dann vorprogrammiert. Weder der Euro noch der europäische Gedanke als solcher werden durch die Erweiterung der Haftung auf die Banken gerettet. Noch unsere Kinder und Enkel werden darunter leiden“.

Nach den letzten EU-Gipfel wird aus der Staatenrettung eine Bankenrettung. Der Steuerzahler, Sparer und Rentner haftet für die Fehlspekulationen der Banken. Die EZB pumpt jetzt das Geld direkt in die Banken, ohne den Umweg über die maroden Staaten. Die Politiker haben schon bei der Euro Einführung nicht auf die mahnenden Worte der Ökonomen gehört, waren unfähig ihre eigens aufgestellten Stabilitätskriterien zu überwachen bzw. einzuhalten und wollen jetzt die Banken überwachen? Die Banken überwachen die Politiker und nutzen diese als ihre Erfüllungsgehilfen. Das einzigste was Politiker können, ist das Volk mit „Geschwätz“ ruhig zu halten, damit keine öffentlichen Reaktionen entstehen die entgegen dem politischen Willen laufen.

In einer von „Spiegel Online“ veröffentlichten Umfrage von TNS Infratest gaben 54 Prozent an, Deutschland solle nicht weiter für die Euro-Rettung kämpfen, falls dafür weitere Milliarden nötig sind. 41 Prozent würden eine weitere Erhöhung der Hilfen befürworten, fünf Prozent sind unentschlossen. 69 Prozent erwarten Preissteigerungen, 48 Prozent sorgen sich um ihre Spareinlagen und 47 Prozent über ihre Altersvorsorge. Diese Umfrageergebnisse werden mit Sicherheit weiter negativ ansteigen, wenn die politischen Beschlüsse erst mal das Volk erreicht haben. Aber dieses kann den Politikern ziemlich egal sein, denn sie merken von ihren eigenen Beschlüssen, wie immer, am wenigsten.

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