Die Beliebtheit der Politiker, es ist alles zum Wohl des Volkes

Nach einer neuen Forsa-Umfrage sollen nur noch 24 Prozent der Bevölkerung Vertrauen in die Volksvertreter besitzen. 81 Prozent halten die Abgeordneten bei der Bewältigung aktueller Probleme für überfordert und nur 15 Prozent sind der Meinung, dass sie der Situation gewachsen sind. 75 Prozent sind der Meinung, dass sie den Einfluss von Lobbyisten unterliegen und nur 16 Prozent halten sie für unbeeinflusst.

Ein wahres Armutszeugnis für die strahlenden Politik-Schauspieler auf den unzähligen Kopfplakaten innerhalb der Millionen verschlingenden Wahlwerbung. Eine Handvoll regieführender Schauspieler und massenhaft Statisten, die den Hauptdarstellern mindesten für vier Jahre getreu folgen. Aber die Umfrage zeigt auch, dass die Bevölkerung das Denken noch nicht ganz aufgegeben hat, sowie es auch die niedrigen Wahlbeteiligungen als weiteres Indiz für das Vertrauen zu den Politpersonen zeigen.

Menschlich ist dieses alles verständlich, Abgeordneter zu sein bedeutet einen hochbezahlten Arbeitsplatz zu besitzen mit vielen weiteren Vorteilen und ohne Verantwortung für das Handeln. Also ein Traumjob, den die Meisten nicht verlieren möchten. Es ist hier das gleiche Prinzip, wie es innerhalb der Firmenhierarchien ebenfalls anzutreffen ist. Dort möchte auch keiner einen hochdotierten Arbeitsplatz verlieren und führt, wenn auch manchmal zähneknirschend, die Vorgaben seiner Vorgesetzten bedingungslos aus. Allerdings ist die persönliche Verantwortung im normalen Arbeitsleben, wenn es nicht gerade der Öffentliche Dienst ist, wesentlich höher angesiedelt als im politischen Abgeordnetenbereich.

Politiker sind keine Fachleute und ihre Entscheidungen basieren auf den Vorgaben der Berater von den entsprechenden Lobbyisten. Die politischen Führungsstäbe sind nichts weiteres, als die Umsetzer der Wünsche des vorherrschenden Kapitals in Form der Banken und Industrie. Die meisten der abstimmenden Abgeordneten haben z. B. von den Auswirkungen des ESM und Fiskalpakt genau soviel, oder sowenig, Ahnung als der Normalbürger, jedoch stimmen sie im Parlament nach der Vorgabe ihrer Führungspolitiker, also dem Wunsch der Lobbyisten entsprechend. Den Mut andersdenkender Fachleute zu Folgen, besitzen sie nicht, auch wenn es in der Sache logischer klingt. Hier würde der Abgeordnete seinen Arbeitsplatz riskieren und es wäre zugleich seine einzigste persönliche Haftung. Stimmt er jedoch im kollektiv, so ist er von allen Verantwortungen entbunden und kann sein unbeschwertes, goldiges Leben genießen.

Sollten Zuständigkeitsänderungen innerhalb der EU eine volksabstimmende Verfassungsänderung erfordern, kann ebenfalls von der Politik das Lobbyisten gerechte Ergebnis erzwungen werden. Es sind nur Wahlgeschenke mit der entsprechenden Medienverpackung zu verteilen, vielleicht 2.000 Euro für jeden Bürger. Auch wenn nach der Wahl die 2.000 Euro hundertfach zurückzuzahlen sind, ist es einem großen Bürgeranteil zunächst erst mal egal und die Staatsschulden spielen bei den Politikern keine Rolle, diesen Beweis treten sie täglich an.

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