Der Euro und die ausweglose Situation der Deutschen

Warum hörten in den 90er Jahren und Anfang der 2000er Jahre nicht die Politiker auf die erfahrenen Ökonomen, die sich mit guten Gründen gegen den Euro stemmten? Die damaligen Politiker wollten die Franzosen beruhigen, denen die starke DM nicht in den Kram passte. Wollten die europäischen Ängste der Staatenzusammenlegung BRD und DDR nehmen. Der Visionär Kohl träumte von einem vereinigten Europa, weil er ja schon der „Vereinigungskanzler“ war. Nur eine gemeinsame Währung, ohne Angleichung der Lebensverhältnisse in den Staaten, kann nicht funktionieren, so weit können Politiker allerdings nicht denken. Sie sahen das Europäische Parlament nicht als Zuständigkeitsinstanz zur Überwachung der von den Politikern selbst aufgestellten Stabilitätskriterien, sondern nur als ein Auffangbecken für gescheiterte Politiker, die in ihren Staaten keine Verwendung mehr fanden. Jedoch besteht Europa aus souveränen Staaten und somit kann von außen auch kein Einfluss genommen werden, weder in Form der Kontrolle noch in irgendeiner Art der Bevormundung.

Die Staaten lebten weit über ihre Verhältnisse und die Finanzmärkte verdienten bis es zum Zusammenbruch kam. Die Banken sitzen jetzt auf faulen Krediten, wofür die Staaten, also die Bürger, haften müssen. Kein Politiker fühlte sich zuständig die Banken zu überwachen, sie konnten spekulieren mit der Gewissheit der staatlichen Haftung. Weil der Großteil der Bürger aus den insolventen Staaten nicht in der finanziellen Lage ist, für seinen Staat zu haften, schreien die Politiker dieser Staaten nach deutscher Hilfe und Deutschland wird seinen Bürgern alles zahlen lassen, im Namen des Visionärs Kohl.

Die damaligen Politiker um Kohl und anschließend um Schröder verramschten die stabile DM gegen eine todgeborene Euro-Währung, die wegen der Ungleichheit der europäischen Staaten nie funktionieren konnte.

Die jetzigen Politiker haben nicht mehr viele Möglichkeiten, aber es kritisiert auch keiner die damalige Politikergarde. Es liegt im Naturell des Politikers, dass er selbst sowieso nie Fehler zugibt und auch keine Fehler seiner Vorgänger anmerkt, denn es mangelt bei dieser Personengattung gehörig an Selbsteinsicht.

Wenn die Eurozone tatsächlich aufrecht erhalten bleiben soll, dann wird Deutschland ständig in Rettungsschirme einzahlen, damit die anderen Staaten überleben können. Nach der mit Sicherheit kommenden Schuldengemeinschaft der Euroländer und damit verbundener Einführung von Eurobonds, auch wenn das heute noch einige Politiker aus wahltaktischen Gründen anders behaupten, verliert Deutschland seine gute Bonität. Bei der Verallgemeinerung der Risiken wird Deutschland seinen als sicher geltenden Status verlieren und den heutigen Schuldenstaaten angeglichen.

Bricht die Eurozone auseinander, muss Deutschland ebenfalls zahlen. Die systemrelevanten Banken sind zu retten und die vielen Bürgschaften die der Staat ausgesprochen hat, werden sofort fällig. Deutschland muss dann soviel zahlen, dass das Land ebenfalls in Schieflage gerät.

Hier kann sich der Bürger drehen wie er will, er muss die ganze Zeche in beiden Fällen zahlen. Den Politikern wird nichts passieren, vielleicht verlieren einige ihre Posten, jedoch sind sie alle bestens abgesichert und viele sowieso Millionäre. Sie „brocken“ zwar alles ein, doch haften müssen diese „Ausnahmepersonen“ nie.

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