Fußball regiert, die Umsätze stimmen, die Politik freut sich und das Volk feiert

Das Leben ist schon manchmal eine Quälerei, bis der gewollte Status erreicht ist. Bei der Fußballeuropameisterschaft sieht man die „hochgequälten Stars“ in der glitzernden Medienwelt, die krampfhaft versuchen ihre Millionen weiter zu vermehren. Die hochbezahlten Reporter begnügen sich derweil mit einer Statistenrolle mit viel Gequatsche von unnötigen Zeug, abgelesenen computergesteuerten Statistiken oder dummen Fragen und überlassen die Fachkommentare den sogenannten Experten, die für viel Geld von den Medien zusätzlich eingekauft werden. Fußball hat sich zu einem Milliarden Umsatzunternehmen in der freien Marktwirtschaft entwickelt. Die Millionen von Fans in Europa sorgen für weitere Milliarden Umsätze, wobei es den Meisten nicht mehr auf den eigentlichen Fußball ankommt, denn soviel wirklich Fußballinteressierte gibt es gar nicht, sondern alleine auf das Feiern und die Partys. Somit sind ganze Gewerbezweige in den Umsätzen eingebunden und die Kapitalmehrung in Europas Staaten geht für bestimmte Personen auch in der Eurokrise immer weiter.

Die Politiker der Nationen erheben nationale Gefühle, die sie im Rahmen ihres gemeinschaftlichen „Europadenkens“ als Vorbildfunktion eigentlich nicht zeigen dürften, jedoch trotzdem gerne vorspielen. Hier wird der Fußball gerne als Ausrede für nationales Denken angewandt. Fußball vermischt sich mit der Politik, wird hier etwa der Fußball als erlaubtes nationales Ersatzsymbol gesehen? Oder besteht etwa das europäische Denken der Politiker nur aus Geld? Na ja, verlogen ist die ganze Welt und die Politik steht ganz vorne an. Lügen sind heute „salonfähig“ und werden auch bei dem Verhalten der Politiker als normal empfunden, kaum einer denkt darüber noch großartig nach und das wissen auch die Politiker und deren medialen Gehilfen. Ganz nebenbei können sie auch die großen Probleme, wie den Eurorettungsschirm oder Fiskalpakt, dem Volk gegenüber klein halten, denn das Medieninteresse wird in dem Fokus des Fußballs gestellt. Verständlicherweise wollen die meisten Menschen lieber feiern, als darüber nachzudenken wie viel sie im nächsten Jahr und den Folgejahren für das politische Europa wohl zahlen dürfen, oder ob sie ihren Arbeitsplatz behalten oder immer mehr Rentenabzug hinnehmen müssen damit die Rettungsschirme zahlungsfähig bleiben. Aber getrost ist davon auszugehen, dass Berlusconi und Co ihre Milliarden behalten und mehren können, dass die großen südländischen Fußballvereine weiter mit Milliarden haushalten dürfen, dass mit Korruption Milliarden umgesetzt werden, dass in allen europäischen Staaten die Anzahl der Millionäre und Milliardäre weiter wächst und das die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinanderdriftet.

Aber den Deutschen geht es ja noch gut. Solange es noch hochbezahlte Arbeitsstellen gibt, wo die tägliche Arbeitsleistung darin besteht den ganzen Tag nur „Müll“ zu reden, aus den Fenster zu schauen, nichts wissen, nichts entscheiden, nichts neues mehr lernen zu müssen und es ausreichend ist mit 30 Jahre alten Methoden den Dienst abzuleisten, dann braucht diesen Deutschen auch die Zukunft nicht zu interessieren. Diese Menschen sind mit jeder Politik und den Ungerechtigkeiten im eigenen Land sowie in der Welt einverstanden. Doch es ist auch anders in Deutschland, Leiharbeit, 400 Eurojobs, Ausbeutung von Mitarbeitern mit Mindestlöhnen oder Renten im Sozialhilfebereich. Diese Personen befinden sich ebenfalls innerhalb des unteren europäischen Lebensniveaus und brauchten auch politische „Rettungsschirme“. Es ist eine Fehlannahme, dass es den deutschen besser geht als andere Europäern, denn hier sind die sozialen Unterschiede genau so beheimatet. Auch außerhalb Deutschlands gibt es solche Arbeitsstellen wie oben beschrieben und als Gegenstück den sozialschwachen Rand, alles ist gleich. Vielleicht ist das deutsche Auffangbecken bis jetzt noch etwas humaner, doch auch dieses kann sich schon bald ändern, es wird von der Politik unaufhörlich daran gearbeitet. Es besteht in Deutschland, in Europa und der ganzen Welt das Umverteilungsproblem. Auf der einen Seite der extreme Reichtum und auf der anderen die extreme Armut. Keine Politiker auf der Welt bekommen dieses in den Griff, kein Politiker will dieses wirklich. Das Kapital bestimmt in der freien Marktwirtschaft das Geschehen und bekommt alle nur erdenklichen Unterstützungen aus der Politik. Warum ist dieses wohl so? Grundsätzlich ist es die Ichbezogenheit der Menschen, der Milliardenerbe z. B. ist der Überzeugung das er sich sein Luxusleben verdient hat, obwohl es nur Glück war. Der Supersportler denkt er hat es sich „erarbeitet“, obwohl es nur sein Glück war, dass er eine Sportart wählte die nach den Gesetzen der freien Marktwirtschaft Millionen oder Milliarden einspielt. Der Superpolitiker ist zum Spitzenverdiener aufgestiegen, weil ihn das Kapital gesponsert hat und wie soll denn dieser dann gegen das Kapital seine Politik betreiben. Es ist davon auszugehen, dass es in Europa kein ESM oder Fiskalpakt geben würde, wenn es nur um das Volk ging. Es geht in erster Linie um das Kapital, um die Märkte und den unzähligen Millionären, dass diese weiter ihr Kapital mehren. Das Volk interessierte der Politik noch nie wirklich, es sei denn es war für „Kanonenfutter“ zu gebrauchen, denn so lehrt es die Geschichte.

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