Warum sollten gerade Politiker ehrlich sein?

Mit den Vorwürfen, die über dem Bundespräsident zurzeit hinwegprasseln, lebt der Amtsträger immer noch gut, wesentlich besser als die meisten Menschen im Land. Mal redet er ein bisschen, dann schweigt er wieder, jetzt gibt er eine Stellungnahme im Fernsehen ab und redet wieder ein wenig, so wie seine Berater es ihm vorschlagen. Es sind Phrasen, die eine persönliche Rechtfertigung im eingegrenzten Rahmen darstellen und vielleicht etwas Glaubwürdigkeit erzeugen sollen. Gesetzesverstöße sind ihm zurzeit nicht vorzuwerfen, also was soll das mit der Moral. Moralisten sind meistens auch Lügner und wollen nur eine Scheinwelt erzeugen, die es in der Realität nicht gibt. Vielmehr sollte dazu übergangen werden, dass höchste deutsche Amt mit einer Person zu besetzen ohne politische Vergangenheit, die eine parteilose Wertigkeit darstellt, so wie die Verfassung es mit dem Begriff „Überparteilich“ eigentlich meint. Zudem besteht seine Hauptaufgabe in repräsentieren und die politische Einflussnahme ist relativ begrenzt. Ein Politiker, der in hohen Ämtern jahrelang Parteiarbeit geleistet hat, kann nicht mehr parteilos denken. Aus diesem Grund wünschen sich alle Regierungsparteien einen Bundespräsidenten aus ihren Reihen, der im parteilichen Sinn biegsam ist.

Fast alle Politiker nehmen Geschenke von befreundeten Kapitalisten entgegen, wenn sich ihnen die Gelegenheit bietet. Dafür erwartet der Kapitalist, dass der Politiker in seinem Interesse handelt. Die Freundschaft dauert ja auch nur solange, wie der Politiker noch in Einflussnahme steht. Es ist freundschaftliche Korruption, die nicht unter Strafe steht und höchstens im moralischen Sinn verfänglich ist.

In unserer Demokratie lenken eine handvoll Politiker den Staat, die große Masse sind nur Abstimmer im Sinn der Fraktionen um die Demokratie zu rechtfertigen. Fast jeder Abgeordnete möchte seinen gut entlohnten Sitz im Parlament behalten, also hat sich eine Frage nach dem Gewissen sowieso erübrigt. Genau nach diesem Prinzip wird auch der Bundespräsident gewählt, die Parteien die in Koalitionen eine Mehrheit bilden bekommen ihren Wunschkandidaten in das Amt.

Wer einmal Bundespräsident war, der bekommt bis zu seinem Lebensende 240.000 EURO aus der Steuerkasse geschenkt. Sollte ihm dieses Geld für seinem Lebensstil nicht ausreichen, muss er im Vorfeld während seiner politischen Karriere die Kontakte zu kapitalträchtigen Freundschaften suchen, denn nur dann kann er politischen Einfluss für seine Freunde ausüben. Als pensionierter Politiker ist dieses etwas schwieriger, dementsprechend also auch mit den richtigen Freundschaften.

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