Wenn jetzt mal wieder festgestellt wird, dass die Einkommensunterschiede in Deutschland schneller zunehmen als in den anderen Industriestaaten Europas, wen soll das denn noch wundern? Die Gewerkschaften üben über Jahrzehnte die prozentuelle Gehaltserhöhung aus, damit sind sie hauptverantwortlich für die immer weiter auseinanderdriftende Einkommensschiene.
Im folgenden ein einfaches Beispiel dazu:
Bei einer angenommenen jährlichen Gehaltssteigerung von 3 Prozent erhält eine Person mit 100.000 Euro Jahreseinkommen nach 10 Jahren ca. 135.000 Euro Jahresgehalt, dass sind 35.000 Euro Gehaltssteigerung. Eine Person mit 20.000 Euro Jahreseinkommen erhält nach 10 Jahren ca. 26.800 Euro Jahresgehalt, dass sind 6.800 Euro Gehaltssteigerung. Hier ist innerhalb von 10 Jahren ein nur auf Gehaltserhöhungen bezogener Unterschied zwischen den Gut- und Wenigverdienenden von 28.200 Euro entstanden. Mit diesem Gewerkschaftsprinzip wächst die Gehaltsschere immer weiter auseinander und das Verhältnis reich zu arm. Hierbei ist zusätzlich noch zu Bedenken, dass die unterschiedlich entlohnten Arbeitnehmer in etwa die gleichen jährlichen Arbeitsstunden ableisten. Des Weiteren sind durch Ausgründungen Tausende von Billiglohnarbeitsplätzen entstanden, wobei die Gewerkschaften mehr oder weniger Tatenlos zugesehen haben. Es ist bei diesen gravierenden Unterschiede im Gehaltsgefüge schon grotesk, dass von den Schlechtverdienenden die Streikbereitschaft eingefordert wird und das die Großverdiener (sind meistens von dem Streik ausgenommen) die Hauptnutzträger sind.
Selbst bei den eigenen Beschäftigten sparen die Gewerkschaften im unteren Angestelltenbereich ein, indem mit der geringst möglichen Gehaltstufe die der Tarifvertrag hergibt die Entlohnung stattfindet. Auch werden im unteren Bereich Stellen eingespart, die teilweise sogar mit Entlassungen verbunden sind. Im Gegensatz werden die höheren Angestellten, die Gewerkschaftssekretäre, relativ gut für ihre „unhaltbaren Quatschereien“ bezahlt. Ihre Reden sind nicht mehr als „heißer Dampf“ und dienen eher dazu ihre eigenen Profile darzustellen, also Selbstdarsteller, als irgendeine Wirkung zu hinterlassen. Die neuen Gewerkschaftsführer gehören der gleichen Generation an, wie die neuen Politiker. Sie denken zuerst an sich selbst und ihren eigenen Profit. Sie sehen ihre Aufgabe nur darin publikumswirksam aufzufallen, für ihren eigenen Werdegang und persönliche Vorteile.
Wenn heute die Gewerkschaften innerhalb des totalen Kapitalismus nur noch eine fast unbedeutende Randerscheinung sind, die mehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt ist als ihre eigentlichen Aufgaben wahrzunehmen, dürfen nicht die Leistungen aus der Zeit des Industrialisierungsbeginn vergessen werden. Damals wurden durch die Gewerkschaften akzeptable Arbeitsbedingungen geschaffen und sie trugen einen großen Teil für den Wohlstand der Bevölkerung bei.





