Krankenstände

Führungskräfte in größeren Firmen wundern sich über hohe Krankenstände der Belegschaft. Dabei brauchten sie sich gar nicht zu wundern, sie müssten nur die Realität behalten und nicht in einer Traumwelt leben. Der erhöhte Krankenstand stellt sich bei dem wirklich arbeitenden Belegschaftsteil mit dem geringsten Gehaltsgefüge ein, während im Verwaltungsteil viele Stellen mit Mitarbeitern im hohen Gehaltsgefüge überbelegt sind und eigentlich kaum Leistung tragen müssen. Überbesetzungen von Stellen im hohen Gehaltsgefüge sind die Folgen ständiger Unternehmensumstrukturierungen. Hier wurden ständig Führungskräfte mit Gehaltssicherungen, begründet oder unbegründet, ausgetauscht und auf Abschiebepositionen gestellt. Einhergehend mit ungerechten Gehaltszahlungen entsprechend dem Leistungsprinzip ist dieses für die Arbeitsmoral ein tödliches unterfangen. Es ist zu vergleichen mit einer Fußballmannschaft, wo für ein paar hochbezahlte Stars die geringer entlohnten Spieler laufen sollen. Das Ergebnis spiegelt sich dann in der Tabelle wieder.

Das interne, gut bezahlte Stellenbesetzungen oft nach dem Prinzip des Beliebtheitsgrades zu vergeben sind, ist nichts neues. So wurde in der Vergangenheit verfahren und in der Zukunft wird sich daran auch nichts ändern. Es ist jedoch bedenklich, wenn Personen erst mal Positionen einnehmen wofür die charakterliche und/oder fachliche Leistung nicht ausreicht, die Ideen dieser Leute evtl. noch umgesetzt werden und nach einer gewissen Zeit die Erkenntnis eintritt das diese Leute dem Unternehmen nur geschadet haben. Dann diese Personen im gleichen Gehaltsgefüge auf Abschiebeposten setzt, um dann nach der gleichen Verfahrensweise neue Leute in gut bezahlte Positionen zu heben. Dieses dann immer weiter wiederholt und auch gar nichts dazulernt. So werden Ungerechtigkeiten gefördert, wobei die Firmenleitungen nur hoffen können das dieses Vorgehen von der arbeitenden Belegschaft nicht so richtig zur Kenntnis genommen wird.

Vermeintlich intelligente Leute haben sich ausgedacht, dass ein Krankenstand eventuell mit betrieblichen Angeboten der Gesundheitsförderung zu senken ist und mit Arbeitsgruppen für den demografischen Wandel, die Mittel gegen das natürliche altern finden sollen. Aber dieses sind unrealistische Träume, die dem Unternehmen nur unnötiges Geld kosten und bestenfalls nach außen ein positiveres Bild erzeugen können. Wenn Krankenstände wirklich gesenkt werden sollen, dann geht dieses nur über eine transparente Gerechtigkeit, wobei mit diesen vorgenannten Spielchen aufgehört werden muss. Es muss den Firmenleitungen gelingen, ein Gerechtigkeitsgefühl zu vermitteln welches auf keinem Fall nur subjektiv zu sehen ist. Jedoch bei allem begehen die Menschen den Fehler, dass sie sich viel wichtiger vorkommen als sie wirklich sind. Dieser Fehler nimmt mit steigender Position und steigenden Gehalt ständig zu. Jedoch je höher die Position und das Gehalt, so unwichtiger ist der Mensch. Dieses ist die andere Richtung der Wirklichkeit, die nun gar keiner einsehen möchte.

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