Die Angst der abhängigen Pflegesituation

Es gibt immer schöne Umfragen die regelmäßig von Instituten durchgeführt werden, mitunter die Frage nach der Zukunftsangst der Menschen. Jetzt wurde herausgefunden, dass die größte Zukunftsangst die abhängige Pflegesituation ist. Diese Vorstellung ist wirklich eine Horrorvision, sich selber nicht mehr helfen zu können und auf die Inanspruchnahme anderer Personen angewiesen zu sein. Insofern sind alle Ängste der Menschen nachzuvollziehen und verständlich.

In Zukunft wird der Anteil der alten und pflegebedürftigen Menschen immer weiter steigen. Junge Menschen wird es wenige geben und für Altenpflegeberufe keine großen Interessen bestehen. Dazu kommt, dass die Renten immer weiter sinken doch im gleichen Maße die Pflegekosten steigen. Um die Vielzahl der alten und pflegebedürftigen Menschen überhaupt eine Unterkunft zu gewähren, wird es dafür hallenmäßige Sammellager geben, wobei eine Pflegekraft bis zu 1000 Pflegebedürftige zu versorgen hat. Wenn im Normalfall davon ausgegangen werden kann, dass ein Leben in pflegebedürftiger Abhängigkeit sowieso kein Leben mehr ist, dann wird dieses die Superqual der nächsten Generationen, wobei der Tod als das angenehmste Mögliche empfunden wird. Die Hoffnungen die derzeit noch bei einigen Menschen bestehen, dass eine pflegebedürftige Person von Angehörigen gepflegt werden kann, wird bei einer Scheidungsrate von 50 % mit steigender Tendenz wohl kaum als Alternative zukünftig in Betracht zu ziehen sein.

Mit dem zukünftig zu erwartenden höheren Lebensalter wird auch die Pflegebedürftigkeit zunehmen, denn nur die wenigsten werden bis zu ihrem Tod einen relativ gesunden Körper und Verstand behalten, welches eine Pflege überflüssig erscheinen lässt. Die Politiker versuchen mit Nichtraucherschutz- oder Feinstaubemissionsgesetzen und anderen Einflüssen das Lebensalter immer weiter ansteigen zu lassen, jedoch sind dieses Widersprüche gegenüber der Wirklichkeit. Politiker wissen wohl über die Gefahren und den Kosten einer Überalterung, jedoch liegt dieses außerhalb ihres vierjährigen Zuständigkeitsbereiches einer Legislaturperiode und ist zudem ein ungeliebtes und heikles Thema, welches lieber nicht angesprochen werden soll. Diese Horroraussichten des Lebensabends wird zu psychischen Problemen führen und die Gedankenspiele des Freitods erhöhen. Doch bei dem Freitod ist es schwer den richtigen Zeitpunkt zu finden, denn tritt die Pflegebedürftigkeit erstmal ein, dann fehlt auch die Kraft für den Suizid. Für gesetzliche Regelungen einer aktiven Sterbehilfe fehlt den Politikern der Mut, zu viele falsch verstandene kirchliche Klischees haften den Politikern an. Des Weiteren wäre es eigentlich als eine Selbstverständlichkeit zu betrachten, dass es jedem seine persönliche Entscheidung sein darf, aktive Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Politiker sollen ihr Tagesgeschäft machen, damit sind sie schon überfordert genug und dürfen nicht über Tod oder Leben entscheiden. Die Inanspruchnahme der aktiven Sterbehilfe sollte als eine Selbstverständlichkeit innerhalb der Gesellschaft anerkannt sein. Kirche und Politik sollen sich dort ganz heraushalten, nur der Zwang des Staatsystems erfordert einmalig eine gesetzliche Festschreibung des Grundrechts zur aktiven Sterbehilfe durch die Politiker.

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