Jetzt meldet sich der ehemalige Arbeitsminister Blüm in einem Zeitungsartikel zu Wort, dass das Rentenniveau so niedrig liegt weil sein Amtsnachfolger Riester mit seinem damaligen Chef, dem „sozialsten aller Sozialdemokraten den es je gab“ in der Rentenreform von 2001 vier Prozent von der Rentenversicherung in die überreiche private Versicherungswirtschaft transferiert hat. Diese 4 Prozent fehlen jetzt der Rentenversicherung um ein anständiges Renteniveau zu halten, sagt Blüm. Dieses Verhalten entspricht genau der damaligen Rot/Grünen Regierung, die sich mit dem Wort Sozial schmückten und die reinste Kapitalistenpolitik betrieben. Die beiden mittlerweile nicht mehr ganz so großen Volksparteien sollten einmal ernsthaft darüber nachdenken, ob es nicht langsam an der Zeit ist die Wörter Sozial und Christlich gegen etwas mehr der Wahrheit entsprechende Wörter auszutauschen, damit die Parteien wenigsten von der Bezeichnung ehrlicher erscheinen.
Alle führenden Politiker haben sich in der Vergangenheit an den Rentenkassen bedient, anstatt diese Ausgaben von Steuern zu finanzieren, so wie es eigentlich ihr politischer Auftrag gewesen wäre. Doch die Politiker standen so in einem besseren Licht, als mit unbeliebten Steuererhöhungen. Alle wollten wiedergewählt werden und der demografische Wandel war ja noch so weit weg. Adenauer und Strauß bauten mit Gelder der Rentenkassen die Bundeswehr auf. Kohl und Blüm finanzierten nach der Wiedervereinigung aus der Rentenversicherung die ostdeutschen Renten. Schröder und Riester transferierten Gelder aus der Rentenversicherung in die private Versicherungswirtschaft. Dazu kam noch eine jahrzehntelange Frühverrentung, wobei sich auf Staatskosten die Unternehmen sanierten. Bei so vielen Politikfehlern, wie soll den dann noch ein System funktionieren. Mit Weitsicht hat noch nie ein Politiker gehandelt, sie können alle nur in einer Legislaturperiode denken.
Das einzigste was die Politiker jetzt noch machen können um überhaupt noch für alte Menschen ein einigermaßen würdiges Leben zu gewährleisten, ist die Steuerfinanzierung der Renten, so wie es bei den Beamten schon seit Bismarcks Zeiten geschieht. Wenn früher Politikerinteressen aus Sozialversicherungseinnahmen anstatt aus Steuern finanziert wurden, dann erfordert dieses heute zwingend ein Politikerumdenken in die andere Richtung und die Steuersenkungspartei FDP sollte endlich zur 3 Prozentpartei stagnieren, denn sie fördert mit ihren Vorstellungen nur den Reichtum des Kapitals und die Armut des Volkes.
Bei den bevorstehenden Preis- und Steuererhöhungen durch die Eurokrise können dann auch Renten steuerfinanziert werden, bei den massig zu erwartenden Mehrbelastungen fällt dieses nicht mehr ins Gewicht. Das Kapital wird durch dann steigende Zinsen auf ihre Geldvermögen dieses schon wieder auffangen, denn das Kapital gewinnt immer, auch in der Krise.
Politiker und Wirtschaftsmanager müssten eigentlich persönlich für ihre Fehler haften, erst dann wären vernünftige und weitsichtige Entscheidungen von diesen Personen zu erwarten. Finanziell ist dieses für Spitzenpolitikern (besetzen nach ihrer Politkarriere oft selber Managerposten) und Managern ohne weiteres zumutbar.
Politiker- und Managerspruch früher:
Die Menschen sollen früher in Rente gehen, sie haben nach langer harter Arbeit den wohlverdienten Ruhestand verdient
Politiker- und Managerspruch heute:
Die Menschen sollen länger arbeiten, jung und dynamisch bleiben, wir brauchen ihre Erfahrungen und sie sollen an der aktiven Gesellschaft beteiligt bleiben.
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