Großraumbüro

In Firmen gibt es Räumlichkeiten, in Form eines Großraumbüros, wo Mitarbeiter mit unterschiedlichen oder auch keinen Tätigkeiten zusammengewürfelt werden. Einige verrichten gemeinsame Tätigkeiten und können in gewisser Weise miteinander auch beruflich kommunizieren. Andere haben mit den Tätigkeiten nichts zu tun und arbeiten eigenständig. Die Mitarbeiter, die gemeinsame Tätigkeiten verrichten, bekommen Besuch von Mitarbeitern aus umliegenden Kleinbüros. Diese Leute kommen um sich an einem Strategietisch, der natürlich neben den Mitarbeiter steht der mit diesen Angelegenheiten gar nichts zu tun hat, Gedanken ohne Ergebnis zu machen. Weil ja nur denken anstrengend ist, wird natürlich dabei über Gott und die Welt geredet. Weil die höher angesiedelten Angestellten der Firma sich nur Gedanken um Umstrukturierungen und ihren eigenen Beliebtheitsgrad bei deren Vorgesetzten machen, stört es auch nicht wenn nichts geleistet und geschafft wird. Weil es einigen Mitarbeitern in ihren Kleinbüros den ganzen Tag viel zu langweilig wird, kommen auch diese Personen abwechselnd dazu um Unterhaltung zu finden. Es ist im Grundsatz ja schön, wenn in einem Firmenteil auf Leistung kein Wert gelegt wird und ein ständiges kommunizieren über alles mögliche was es auf der Welt so gibt im Vordergrund stehen soll. Aber es sollte auch bedacht werden, dass ein ständiges unaufhörliches Gequatsche anstrengender ist als Arbeit zu verrichten. Wenn wirklich mal irgend eine Führungskraft eine Ausarbeitung verlangt, die eigentlich ein bisschen Nachdenken erfordert, bekommt er fehlerhaftes Material, weil in einem aufenthaltsraumähnliches Büro nun mal keine Leistung möglich ist. Nur die Führungskräfte merken es gar nicht wenn fehlerhafte Arbeit abgeliefert wird, oder wollen es nicht merken weil dieses Kommunikationsbüro nach Ansicht der Firmenleitung wohl einen modernen Stil aussagen soll. Nur wenn das Umfeld anstrengender ist als die eigentliche Arbeitsleistung, sollte dieses auch bei Führungskräften mal ein bisschen zum nachdenken anregen. Durch ständige Umstrukturierungen der Firma mit einhergehenden fehlerhaften Planungen ist dieser Raum mit Opfern der Umstrukturierungen belegt worden. Dazu kommen die Ungerechtigkeiten bei der Entlohnung und Besitzstandsrechten zwischen Gewinnern und Verlierern der Umstrukturierungen, die neben den unangenehmen Räumlichkeiten die Motivation total in den Keller fahren lässt. Sollte irgendwann tatsächlich mal wieder Leistung verlangt werden und Führungskräfte es wirklich mal merken sollten, dass unter diesen Umständen nur mit einem „Scheißegal Gedanken“ das Arbeiten möglich ist, dann braucht ein Mitarbeiter erst mal wieder 1 Jahr um sich zu regenerieren um wieder einigermaßen normal denken zu können. Aber mit einem „Scheißegal“ Gefühl in einem lustigen Büro und begrenzter Arbeitsleistung lässt sich auch gut Leben. Nur gut, dass die wirklich arbeitenden Mitarbeiter der Firma diese Zustände nicht kennen und auch wenig Interesse für Firmeneinblicke zeigen.

Arbeiten in Großraumbüros macht krank! Welt-Online 01.2009 – PDF-Datei

Arbeiten in Großraumbüros macht krank! Zeit-Online 07.2010

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