Als 2002 der EURO eingeführt wurde, gab es viele Gegner. Denn wer gehörte in erster Linie zu den Gewinnern der Euroeinführung? Es war die Industrie und der Handel. Durch die Einheitswährung entfielen die Schwankungen auf dem europäischen Kapitalmarkt. Die Marktpreise waren somit über längere Zeiträume stabil und die Unternehmen konnten ihre Gewinne besser planen. Aktionäre konnten auf stabile Dividende hoffen und wer schon Millionär war konnte seine Millionen verzehnfachen. Auch das Gastronomiegewerbe schlug richtig zu, sie verdoppelten einfach ihre Preise. Eine Mahlzeit die 10 DM kostete, wurde plötzlich für 10 EURO angeboten.
Die deutschen Politiker, fast alle europafreundlich und industriegerecht eingestellt, wollten mit ihren Kollegen aus den anderen Ländern Stabilitätskriterien festlegen, was sie auf den Papier auch taten. Doch die Politiker hielten sich mal wieder nicht an die von ihnen selber aufgestellten Kriterien. Das Volk straft Politiker nur kurzfristig bei Wahlen ab, denn nach kurzer Zeit ist alles wieder vergessen. Auch fehlen politische Alternativen, denn es ist völlig egal welche politische Partei die Macht hat. Das Kapital bestimmt die Ordnung der Welt und die Politiker sind nur ihre Ausführer. Das einzigste was Politiker können, ist sich untereinander verbale Schuldzuweisungen vorhalten. Dabei machen die Politiker alle das Gleiche, nur der Weg dorthin ist unterschiedlich. Das Ziel ist immer den Normalbürger mit Abgaben höher zu belasten und Sozialleistungen abzubauen. Die Partei die gerade die politische Macht hat verschont dabei ihre vermeintliche Wählerklientel ein wenig, sodass diese geringfügig weniger mit zusätzlichen Abgaben belastet wird. Wechselt die Regierung, dann geht das mal wieder anders herum. Aber diese Unterschiede sind bei dem Normalbürger kaum merkbar und dafür braucht man keine Partei zu wählen. Der Großverdiener und Kapitalist wird von jeder Partei verschont, wenn er sein Kapital geschickt im Ausland versteckt dann bekommt er bedingt durch die politische Gesetzgebung sogar Sozialhilfe.
Jetzt bangt die Industrie um ihre Absätze und Milliardengewinne, weil die Politiker der südeuropäischen Staaten sich um ihre selbst aufgestellten Stabilitätskriterien einen Dreck scheren. Um von ihren Völkern gewählt zu werden und Macht zu bekommen, gaben sie Gelder aus die sie überhaupt nicht hatten. Das Banken und Kreditsystem ist schon erstaunlich, für vermeintliche Gewinne werden Kredite ohne ausreichende Sicherheiten gewährt. Doch die hoch verschuldeten Euroländer sollen nicht bankrott anmelden, weil die Industrie dieses so möchte. Sie fürchten Gewinnverluste, wollen aber selber nichts investieren um ihre milliardenschweren Aktionäre zu schonen. Ihre befreundeten Banken wollen ebenfalls keine Gelder bereitstellen, weil sie Verluste fürchten. Hier zeigt sich deutlich, dass die Industrie und Banken die damals den EURO unbedingt wollten, nur bei kalkulierten Gewinnen zu einer Sache stehen. Die Politiker die auf Wunsch der Industrie und Banken den EURO einführten, werden auch jetzt wieder das Kapital schonen, es bleibt ihnen auch gar nichts anderes übrig, denn das Kapital bestimmt das Handeln der Politiker. Die Politiker müssen die Abgaben beim Volk eintreiben, müssen nur gelogene Ausreden finden, aber dieses fällt keinem Politiker schwer, dass ist die Grundvoraussetzung eines jeden Politikers.
Es wird noch ein weiteres finanzielles Problem den deutschen Bürger treffen. Die Industrie wird gegen den Atomausstieg vor dem Verfassungsgericht klagen und wird wahrscheinlich Recht bekommen. Durch Fehlverhalten der Politiker beim Atomausstieg mit einhergehender katastrophaler Gesetzgebung wird dem Kapital dieses ermöglicht. Es wurden von der jetzigen Regierung Gesetze der Vorregierung kapitalgerecht rückgängig gemacht um dann aus Angst vor Wählerverlust die Gesetze in ähnlicher Form der Vorregierung wieder Gültigkeit zu verschaffen. Hier haben die Politiker das Kapital verärgert, denn als Ausführer der kapitalistischen Wünsche darf so etwas nicht geschehen. Wahrscheinlich wird sich so mancher Politiker freuen, wenn das Verfassungsgericht positiv der Industrie entscheidet. Dann werden die Aktionäre an dem Atomausstieg Milliarden verdienen, die der Normalbürger dann auch wieder bezahlen darf. Die Politiker haben sich dann wieder mit dem Kapital versöhnt und für das Volk werden irgendwelche Geschichten, die gerade in die Zeit passen, erfunden.
Wenn Politiker persönlich für ihre Fehler haften müssten, dann würde noch die hunderste Generation des Politikers zahlen.





