Wie wird man Politiker?

Warum wählen Menschen den Beruf eines Politikers? In erster Linie um sich selbst darzustellen, um in der Öffentlichkeit bekannt zu werden und natürlich alle bekannten Vorzüge eines Abgeordneten zu genießen. Der Werdegang eines Politikers fängt häufig in den Ortsgruppenvereinen, der kleinsten politischen Organisation an. Wer dort publikumswirksam reden kann, egal ob die Vorstellungen umsetzbar sind oder nicht, sowie entsprechende Beziehungen zu altgedienten Ortspolitikern besitzt, der kann auch mit einer begrenzten Intelligenz seinen Aufstieg schaffen. Für den weiteren Werdegang muss die Kunst vorliegen, systemabhängig seine Reden gestalten zu können. Hier fließen allgemeine Volksstimmungen sowie gewisse parteiabhängige Vorstellungen ein. Dieses muss im Mischungsverhältnis so angepasst sein, dass der Normalbürger denken soll die publizierten Äußerungen des Politikers sind der richtige Weg. Hierbei ist es zweitrangig ob der Politiker die Worte seiner Reden selber glaubt, oder nur schwätzt, nur das Volk muss überzeugt werden.  Wenn es dann dem Politiker gelingt, einflussreiche Medien hinter sich zu bekommen ist sein Weg nach oben nur noch durch sich selbst aufzuhalten. Denn auch die Medien sind Meinungsabhängig und bei einer menschlichen Verfehlung bekommt die Medienberichterstattung eine 180 Grad Kehrtwende. Die Neugierde und Sensationsbegierde einiger Bevölkerungsschichten ist grenzenlos und grausam. Gelingt dem Politiker die Kunst, seine Verfehlungen unbemerkt zu halten hat jeder die Chance unter der unzähligen Masse von Politikern sich hervorzuheben. Denn die Demokratie setzt bei Politikern auf Quantität anstatt auf Qualität und somit herrschen im politischen Raum ungeahnte Aufstiegsmöglichkeiten für Menschen mit wirklichen Qualitäten. Jedoch bilden Parteienhierarchien für einige unüberwindbare Hürden, denn auch heute geht nichts ohne fürsprechende Ziehväter.

Das größte Problem eines Politikers ist allerdings, dass er ein Mensch ist. Beruflich ist er nach dem Grundgesetz verpflichtet sich nach bestem Gewissen, innerhalb seiner Tätigkeit, für das Volk einzusetzen. Doch ist so etwas meistens schwer mit den natürlichen Charaktereigenschaften eines Menschen in Einklang zu bringen. Der Politiker ist bestrebt vor seiner Machtergreifung alles mögliche dem Volk zu erzählen, wohlwissend das dieses später nicht haltbar ist. Hat er sein Ziel erreicht, verfällt fast jeder in den üblichen politischen Trott. Er fällt selten angenehm auf, er denkt an seine „viel zu niedrigen Abgeordnetenbezüge und schlechte Altersabsicherung“, kommt sich für seine Tätigkeit unterbezahlt vor und ist bestrebt „lukrative Nebenbeschäftigungen“ zu finden. Hierbei wird natürlich auch versucht als Seiteneinsteiger entsprechende Führungspositionen in etablierten Wirtschaftsunternehmen einzunehmen. Gelingt es dem Politiker über den politischen Weg hier Fuß zu fassen, dann erklärt er seine politische Laufbahn für beendet und reiht sich bei den Großverdienern der deutschen Managerklasse ein. Denn Politikposten ganz oben sind nur wenigen Menschen vergönnt. Aber auch hier entscheiden menschliche Charaktereigenschaften, es ist abzuwägen ob viel Macht im Staat wünschenswert ist, oder noch mehr Millionen scheffeln.

Es sollte jedoch jedem Bürger klar sein, dass die wirkliche Macht im Staat das Kapital hat. Zieht das Kapital seine Konzerne und Geldeinlagen aus dem Staat heraus, dann können alle Politiker ihren Offenbarungseid leisten. So ist das kapitalistische System.

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