Gerechtigkeit?

Wenn es auf der Welt Gerechtigkeit geben würde, dann gäbe es keine Kirchen, keine Religionen, keine Götter, keinen Gott, keine Armut und keine Lügen. Alles entstand in der Frühzeit durch Menschen die von anderen Menschen unterdrückt wurden. Aus auswegloser Hilflosigkeit wurde der Glaube an irgendetwas Höheres geboren. An einem Strohhalm, an die sich die Hilflosen gegen ihre Unterdrücker festhalten konnten. Der Glaube an etwas besseren nach dem Tod. Der Buddhismus lehrt, dass die Kette der ewigen Wiedergeburt nur durch ein tadellos geführtes Leben unterbrochen werden kann.

Aber Gerechtigkeit bleibt der Traum vieler Menschen, außer denen die durch andere Menschen reich werden oder ein Führungstrauma besitzen. Das Kapital und die Politik führt Ungerechtigkeit im großen Stil vor, doch wie sieht es in einigen Firmen aus, bei den sogenannten kleinen Leuten? Wie steht es dort mit der Gerechtigkeit? Als Beispiel können hier mal die Umstände von etwas größeren Unternehmen aufgeführt werden. In Zeiten wo Unternehmensberater ihr großes Geld wittern und in Firmen Einzug halten. Große Unternehmen brüsten sich immer gerne mit dem Schlagwort der Sozialverträglichkeit, doch wie sieht diese aus? Erst einmal wird kräftig umstrukturiert, am besten mit Wiederholung in einem 3 bis 5 Jahresrhythmus. Hierbei werden Stellen verschoben, hochbezahlte Angestellte werden auf Abschiebepositionen mit gleichbleibenden Gehalt gestellt. Neue Leute werden auf deren Posten gesetzt, mit einem reichlichen Gehaltsaufschlag. Bei der nächsten Umstrukturierung wird wieder gleich verfahren. Aber dieses ist noch nicht genug verschwendetes Geld, es werden bei jeder Umstrukturierung immer mehr neue hochbezahlte Stellen geschaffen, so das sich diese schon gegenseitig auf die Füße treten. Zusätzlich werden immer mehr hochbezahlte ehemalige Führungskräfte mit dem gleichen Gehaltsgefüge auf immer mehr Abschiebeposten gesetzt. Die neuen Führungskräfte dürfen sich natürlich auch wieder den ihnen wohlgesonnenen Mitarbeitern als neue Handlanger aussuchen. Dabei brauchen noch nicht einmal die firmeneigenen Gehaltsgrundsätze der Personalabteilungen eingehalten werden, diese Personen dürfen selber ihre Gehaltsstufe mit dem Wohlwollen ihrer Führungskräfte bestimmen. Dann gibt es noch langjährige Mitarbeiter, die vielleicht noch von der Firma benötigt werden, aber einen geringen Stellenwert innerhalb des neuen Firmengefüges besitzen. Mit denen wird dann so verfahren wie in der Satire „Das lustige Büro“ beschrieben ist. Bis hierhin haben der Firma die Umstrukturierungen nur viel Geld gekostet, um nicht zu sagen „aus dem Fenster geschmissen“ und dieses soll dann auch wahrscheinlich die Sozialverträglichkeit bei Firmen sein. Doch Umstrukturierung soll doch eigentlich eine Kostensenkung bedeuten und die Gehaltsstruktur ist ja schon grenzenlos für bestimmte Leute nach oben verschoben worden. Hier kommt die Aufklärung: Die Kostensenkung wird bei der wirklich arbeitenden Belegschaft erzeugt, die Säulen einer jeden Firma. Der Leistungsdruck wird immer mehr nach oben geschraubt und Sondervergünstigungen werden gestrichen. Das ganz große Einsparungspotential wird jedoch bei den Neueinstellungen der unteren Gehaltstufen erreicht, indem hier einfach die Gehaltsstufe noch mal nach unten gesetzt wird. Dieses ist dann die andere Seite der Sozialverträglichkeit. Doch das Schlimmste ist, dass Betriebsräte so etwas mittragen und Gewerkschaften solche Tarifverträge zulassen. Gewerkschaften entwickeln sich immer mehr zu Mitstreiter der hochbezahlten Angestellten und benötigen die kleinen Arbeiter nur noch zum streiken und die Masse merkt dieses nicht. Wahrscheinlich haben Gewerkschaften noch nicht einmal gemerkt, dass die meisten hochbezahlten Angestellten gar keine Mitglieder sind und ihr Finanzbudget von den kleinen Arbeitern aufgestockt wird.

Ja, wo ist die Gerechtigkeit auf dieser Welt? Diese gab es noch nie und wird es nie geben. Nur regt zum Nachdenken an, auf welcher verlogenen Art und Weise gutbezahlte Positionen in Firmen und Politik vergeben werden.

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