Zu Guttenberg, Politiker, Medien, Firmen

Die Plagiatsaffäre um Verteidigungsminister zu Guttenberg zeigt nur wie das Leben in Deutschland ist. Wenn dieses keine öffentliche Person wäre, dann wäre es keinem aufgefallen und es hätte keinem interessiert. Menschen die sich die Politik als Beruf aussuchen sind von sich überzeugt, karrieresüchtig und möchten Einfluss über andere ausüben. Um dieses Ziel zu erreichen, ist für einige jedes Mittel recht. In der gesamten Politiklandschaft werden sich noch viele tummeln, die ihre Positionen mit mehr oder weniger zweifelhaften Mitteln bekommen haben. Deutschland hat sich zu einer Marketinggesellschaft entwickelt in dieser keiner was leisten muss um nach oben zu kommen, es sind lediglich Eigenschaften einer positiven, publikumswirksamen Selbstdarstellung gefragt. Wenn dann noch wohlgesonnene „Ziehväter“ vorhanden sind, ist der Weg nach oben unaufhaltsam. Nur durch eine vollkommen überzogene Selbsteinschätzung der eigenen Person stolpern diese Kometenaufsteiger und es ist gut, dass es noch Menschen gibt die Fehler aufdecken woran Personen mit überzogenen Selbsteinschätzungen nie denken würden.

Herr zu Guttenberg hat in seiner Politiklaufbahn nur publikumswirksame Selbstdarstellungen gezeigt, was von seiner Partei nahestehenden Medien entsprechend publiziert wurde. Seine Berater und die Medien wollten hier einen neuen Politikstar nach amerikanischen Vorbild erzeugen, der Massen durch Artikulierungen und Eigendarstellung binden kann. Herr zu Guttenberg kommt aus einer adeligen und gutsituierten Familie, er hat keine finanziellen Probleme und ist auch nicht auf Ministergehälter und spätere üppige Ruhestandszahlungen angewiesen, er wählte die Politiklaufbahn alleine für die Karriere in der Öffentlichkeit ganz oben zu stehen und Einfluss über ein ganzes Volk zu besitzen. Um so schwerer trifft ihm jetzt der mögliche Absturz, wenn seine Politikfreunde und die Medien evtl. keine Stützenhilfe mehr leisten können.

Bedenklich sind die Meinungen des deutschen Volkes, wenn als Politiker nur noch Selbstdarsteller gefragt sind. Wenn die Leistung nicht mehr zählt und Politiker nach aussehen und medienwirksamen Verhalten beurteilt werden. Hier stellt sich doch die Frage, warum von den Parteien nicht ausgebildete, gut aussehende redegewandte Schauspieler für Spitzenpositionen vorgesehen werden? Politiker sind doch sowieso nur Marionetten und Erfüllungsgehilfen der Wirtschaft und des Kapitals. Also wenn das Volk es so möchte, dann sollen doch die Parteien so handeln.

Die gleichen Verhaltensweisen wie in der Politik sind auch in Firmen zu beobachten. Dort wird für die Besetzung von Führungspositionen ebenfalls immer weniger die Leistung beurteilt, auch hier sind von sich überzeugte Selbstdarsteller gefragt. Die überzeugend den Firmenweg ohne eigene Meinung „verkaufen“, oder zumindest diese nicht öffentlich vertreten. Dazu kommt noch das „Kriechen“ nach oben und das „Treten“ nach unten. In der „Ellenbogengesellschaft“ denkt jeder nur an sich selber, Hauptsache mir geht es gut und der andere interessiert mich nicht. Schwerwiegend in diesem System ist, dass die meisten Führungskräfte selber noch nie dazu in der Lage waren das umzusetzen, was von ihren Mitarbeitern verlangt wird. Es sind eben gedankenlose „Schwätzer“.

Das eigene „Ich“ zieht sich durch alle Gesellschaftsgruppierungen, selbst Berufssparten wie Pastore denken zunächst mal an sich selber und dann an ihre „Schäflein“. Die „Reden“ sind immer nur „Geschwätze“ weil manche Bevölkerungsteile so etwas hören möchten.

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