Gewerkschaft

Gewerkschaften wurden einst gegründet um Arbeitnehmerinteressen in einer Gemeinschaft gegenüber den Arbeitgebern durchzusetzen. Gewerkschaften hatten in der Vergangenheit vieles erreicht, ohne Gewerkschaften würde heute noch in vielen Betrieben die „Ausbeuterei“ in großem Umfang bestehen. Gewerkschaften haben durchaus auch noch in der heutigen Zeit ihre Berechtigung, nur durchsetzen lassen sich die gesetzten Ziele kaum noch, dieses gibt die Zeit nicht mehr her. Die globale Wirtschaft mit den Möglichkeiten im Ausland, in sogenannte Billiglohnländern, Standorte zu errichten, lässt sich kaum noch drohen. Es geht in Deutschland alleine nur noch um den Erhalt der Arbeitsplätze in ausgegründeten Firmenteilen mit weit herabgesetzten Tarifverträgen. Um diese Arbeitsplätze nicht auch noch zu gefährden stimmen die Gewerkschaften auch „Billiglöhne“ zu, die sie selber in früheren Jahren heftig bekämpft haben.

Aber auch die Gewerkschaftsführer und Gewerkschaftssekretäre haben sich geändert, hier ist es ähnlich den Politikern, sie stehen nicht mehr für den Idealismus ihrer Vorgänger. Es sind Menschen wie jeder andere auch, die in erster Linie an ihrem persönlichen Einkommen und Altersabsicherung denken. Auch spielt Machtbesessenheit eine nicht unerhebliche Rolle. Es ist natürlich schwierig von Arbeitslosigkeit bedrohten Menschen Solidarität zu reden und selber dicke Gehälter kassieren. Hier wird schon an einer gewissen Glaubwürdigkeit gezweifelt. Es ist ebenfalls besser ruhig im Hinterrund zu arbeiten und gute Ergebnisse erzielen, als große Reden zu schwingen die nur der eigenen Profilierung und dem Medieninteresse dienen aber ansonsten ins Wirkungslose verpuffen.

Nebenbei sind Gewerkschaften auch Arbeitgeber und die dortigen „kleinen Angestellten“ stehen mit kleinen Gehältern unter den gleichen Arbeitsdruck wie ihre „Kollegen“ in anderen Firmen. Wenn den Gewerkschaften die Mitglieder weglaufen und die Beitragseinnahmen rückläufig sind, dann haben auch Gewerkschaften keine Skrupel Mitarbeiter zu entlassen.

Gewerkschaften bieten ihren Mitgliedern kostenlose Aufbaukurse an, damit in den Firmen Betriebsratsnachwuchs entstehen kann. Doch die meisten Arbeitnehmer nutzen die Kurse nur für die Inanspruchnahme des tariflichen Bildungsurlaubs. Schon hier zeigt sich, wie schwer geeigneter Nachwuchs zu bekommen ist, denn die Quantität übersteigt hier die Qualität. Betriebrat und Gewerkschaft sollten eigentlich unabhängig von einander sein, doch die Wirklichkeit sieht auch hier anders aus. Mit der Postenbesetzung eines Gewerkschaftssekretärs und evtl. weiteren Aufstieg in der Gewerkschaftshierarchie ist es ähnlich der Politik, denn auch hier ist in den meisten Fällen ein „Ziehvater“ notwendig der die entsprechende Fürsprache leistet. Dadurch kann dann allerdings, genau wie in der Politik, eine falsche Person auf den richtigen (natürlich fürstlich entlohnt) Posten rücken.

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